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Viashivan

unregistriert

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Dienstag, 23. Dezember 2008, 15:25

Spielertypen in LotRO

Musste an manchen stellen doch lachen :D

Quelle


Da es ja so langsam auf die Feiertage zugeht (nein, ich spreche nicht vom Julfest, ich spreche von Weihnachten, das ja bekanntlich auch als Fest (nein, da fehlt kein "e" hinten dran) der Liebe firmiert) möchte ich dieser unserer Gemeinschaft einmal etwas Besinnliches zum Nachdenken beisteuern, und gleichzeitig etwas Verständnis schaffen für unser aller Mitmenschen, die nicht so sind wie wir. Und mit Mitmenschen meine ich nun konkret unsere lieben Mitspieler (ja, es geht um LotRO).

Zuvor jedoch aus aktuellem Anlass ein wichtiger Hinweis: Der folgende Text enthält zu 90% Ironie in Form von Klischees, Vorurteilen und maßlosen Übertreibungen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass sich die Verfasserin ebenso zu den im Folgenden durch den Kakao gezogenen Spielertypen zählt.
Wer mit Ironie nichts anzufangen weiß oder nicht Willens ist, auch einmal über sich selbst zu schmunzeln, klickt bitte im eigenen Interesse jetzt auf den Zurück-Button seines Browsers.



1. Der unbedarfte kackb00n

Kackb00n, meine lieben deutschsprachigen Mitspieler über 30, kommt ursprünglich aus dem englischen Sprachraum und leitet sich von dem Wort "Newbie" ab, was einmal so viel bedeutete wie "Neuling" im Sinne von "frisch dabei sein und von nix 'ne Ahnung haben".
Einst wurden mit dieser Bezeichnung Neuzugänge liebevoll betitelt, um deutlich zu machen, dass hier Nachsicht und Hilfestellung seitens der alteingesessenen Gemeinschaft gefordert ist, hat man es doch mit einem Neuling zu tun, der zunächst rücksichts- und verständnisvoll in die Materie eingeführt werden muss.

Die spätere Variante des Wortes in Form von "Noob" war dann bereits eine eher lässige (und nur ganz leicht verächtliche) Bezeichnung derselben Leute, die in Ansätzen gleichzeitig deutlich zu machen versuchte, dass Newbies (hier also im Sinne von Noobs) zuweilen dumme Fragen zu stellen pflegen, die sich nach einigen Tagen der Gemeinschaftszugehörigkeit (oder bei Beherzigung des Grundsatzes "RTFM") von allein auflösen würden.
Die Wortschöpfung N00b zeigt in ihrer optischen Erscheinung bereits das, was viele alteingesessene Mitmenschen mit besagten Noobs gerne machen würden – nämlich ihnen so lange die Ohren langzuziehen, bis sie selbst merken, dass sie in Wahrheit echte Nullen sind.

Solcherart als N00b gebranntmarkt, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der nicht enden wollende Ansturm an unbedarften Neuzugängen als derartig lästig angesehen wurde, dass man sie mit dem Pronom "kack" versah.
Die richtig alten Hasen versahen "kackn00b" nun noch elegant mit einer klitzekleinen Wechsstabenverbuchselung, so dass die wahrhaft elitäre Stammklientel künftig nur noch verächtlich von einem "kackb00n" sprach.
Der gemeine kackb00n hingegen war leider derartig n00big, dass er die Anspielung nicht verstand und nimmer müde wurde, nach deren Bedeutung zu fragen, was wiederum die elitären Uralthasen in die Verzweiflung trieb. Schon blöd, wenn man Leute beleidigen möchte, und die die Beleidigung einfach nicht verstehen wollen. So ein kackb00n ist also schon wirklich so richtig kacke b00nig.

Was treibt denn nun ein kackb00n in LotrO?
Nun, zuerst einmal zählt er entweder zu den unter 13-jährigen, die noch nie zuvor ein MMORPG gedaddelt haben, oder er zählt zu den über 30-jährigen, die noch nie zuvor ein MMORPG gedaddelt haben.

Begriffe wie "Loot", "Aggro", "Mob", "Skill" und "l2p" sind ihm im Wesentlichen nicht geläufig (weshalb es im Übrigen auch gar keinen Sinn macht, einen kackb00n mit dem liebevollen Hinweis "l2p" zu besserem Spielen animieren zu wollen - Der kackb00n versteht diesen Hinweis einfach nicht).

kackb00ns spammen oft jeden x-beliebigen Chatchannel voll mit Fragen wie "Wie benutze ich denn den Chatchannel?", "Wie kann man denn hier abspeichern?" oder "Was bedeutet bitte l2p?".

Oft drücken kackb00ns in Ermangelung des Spielverständnisses solange planlos auf irgendwelchen Tasten herum, bis sie Stufe 50 erreicht haben und sich das erste Mal im Gruppenspiel beweisen müssen. Mit diesem evolutionären Schritt steigen sie nahtlos von der Stufe "kackb00n" in die Liga der "ebay-Account-Deppen" auf.



2. Der ebay-Account-Depp

Der ebay-Account-Depp gehört neben dem Goldkäufer zur meistgehassten Spezies in beinahe sämtlichen MMORPGs. Allein die Tatsache, dass der Spieler ganz offen mit seinem Reichtum im echten Leben protzt, zieht spontan den gerechten Zorn der finanziell minderbemittelten Schüler, Studenten und Hartz IV-Empfänger auf sich, die wissenschaftlich erwiesen immerhin 95% der klassischen MMORPG-Klientel ausmachen.
Zudem kann man zwar als RL-Krösus jederzeit Gold und Accounts käuflich erwerben, deshalb hat man jedoch noch lange keine Ahnung vom eigentlichen Spiel. Und das trifft auf sämtliche ebay-Account- und Goldkäufer ausnahmslos und gleichermaßen zu. Unabhängige Umfragen unter nicht-ebay-Account Käufern haben zweifelsfrei ergeben, dass es noch nie in der langen und von Missverständnissen nicht freien Geschichte der MMORPGs vorgekommen ist, dass ein ebay-Account-Käufer auch nur die geringste Ahnung hatte, was er da eigentlich spielt.

Daher machen ebay-Account-Deppen jede Gruppe kaputt, der sie mit ihrem frisch erworbenen Charakter beitreten. Gruppenwipes, hirnloses Bedarfwürfeln auf seltene Gegenstände und ausschweifende Erzählungen über das RL-Porsche-Cabrio des ebay-Account-Deppen sind zwingende Folgen, lädt man sich solch ein faules Ei unwissentlich in die Gruppe ein.

Zudem muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass ebay-Account-Deppen im Spiel selbst eigentlich ganz arme Würste sind. Sie können mit ihrem vielen Geld nichts anfangen, weil ihr Charakter bereits alles besitzt, was es in diesem Spiel zu besitzen gibt. Der ebay-Account-Depp hat also keinerlei Ziele mehr vor Augen, kommt nicht in den Genuss von Erfolgserlebnissen (weil er sich nichts selbst erarbeitet) und verliert aus diesen Gründen naturgemäß sehr schnell das Interesse am Spiel. Das wiederum führt dazu, dass er seinen Account abermals über ebay loszuschlagen versucht, was ihm jedoch stets einen gewaltigen finanziellen Verlust einbringt – einfach weil außer ihm kein Mensch Willens ist, sich bei ebay einen Account für echtes Geld zu kaufen. So bleibt er also auf seiner Karteileiche sitzen, weint nachts bitterlich in sein Kissen und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass er doch besser einen eigenen Charakter von Grund auf hochgespielt hätte, wie es alle ehrlichen Spieler tun.
Oder dass er doch besser zwei Wochen lang stupide irgendwelche Monster gekloppt hätte, um sich endlich ein Pferd leisten zu können, wie es alle gerecht spielenden Mitspieler tun, die sich solcherart ihren Spielspaß bewahren.

Und allein dieser Gedanke an die doch noch vorhandene Gerechtigkeit der Welt tröstet die nicht-ebay-Account-Deppen immer wieder ungemein.

Viashivan

unregistriert

2

Dienstag, 23. Dezember 2008, 15:26

3. Der Pro-Gamer

Der Pro-Gamer kam im Gegensatz zum kackb00n bereits als erfahrener MMORPGler auf die Welt. Seine DNA weist von Geburt an Nebenstränge mit Bezeichnungen wie "Skillz", "Phatloot" und "Rul0r" auf.

Dem Pro-Gamer musste noch nie irgendetwas erklärt werden. Alles, was es an einem Spiel (insbesondere der Spielmechanik) zu verstehen gibt, erschließt sich dieser Spezies von selbst. Er weiß, wo er die phattesten Items abgreifen kann, er weiß, wie lange er welche Mobs in was für einer Reihenfolge nuken muss, um ein Optimum an XP pro Zeitaufwand zu erwirtschaften, und er kennt jede "inside"-Seite über sein Lieblingsspiel auswendig.
Questtexte liest er nie, da dies die XP/Zeitaufwand-Ratio auf geradezu infame Weise in den Keller ziehen würde, weshalb er meist erst dann mitbekommt, welches MMORPG er gerade daddelt, wenn die Umstehenden ihm mit ratlosem Blick begegnen, sobald er vom Schurken-Stunlock spricht. Ist ihm aber auch egal, da es ihm sowieso weniger um die Story eines Spiels geht, als um die Größe der quasi religiösen Gemeinschaft, die gebannt an seinen Lippen hängt, sobald er die kommende Raid-Taktik oder die optimale Skillung der einzelnen Klassen erläutert.

Server-first-kills gehören für diese Spezies wie die Luft zum Atmen. Zu den natürlichen Feindbildern des Pro-Gamers gehören kackb00ns und andere Pro-Gamer, die andere (nicht von ihm erlernte) Spieltaktiken propagieren.

Optisch kann man einen Pro-Gamer bereits an seiner Ausrüstung erkennen, die oft sinnlos und grottenhässlich zusammengewürfelt erscheint, auf den dritten Blick jedoch die wahre Magie der Bonizusammenstellung erkennen lässt. Oft ist einem normal sterblichen Spieler der Blick auf die Werte einer Pro-Gamer Ausrüstung jedoch verwehrt, hat dieser sein Profil doch zumeist aus Copyright-Gründen auf anonym gestellt.

Begegnet man einem Pro-Gamer mit der gegebenen Ehrfurcht, kann man durchaus ein Gespräch (zumeist freilich in Form eines Monologes) mit ihm führen, dessen Inhalt jedem nicht-Pro-Gamer jedoch oftmals verschlossen bleibt. Einfach, weil man so gut wie kein Wort versteht.

Für den Pro-Gamer stellt der eigentliche Spielinhalt zwischen Stufe 1 und der höchsten Stufe lediglich eine lästige Phase dar, die es so schnell wie möglich zu überwinden gilt. Hat er schließlich die höchste Stufe innerhalb eines MMORPGs erreicht, verbringt der Pro-Gamer oft Wochen mit langweiligem Warten und Däumchendrehen, bis einige der anderen Spieler es endlich ebenfalls auf seine Stufe geschafft haben. Die Wartezeit verbringt der Pro-Gamer wahlweise mit dem Posen an öffentlichen Orten, oder mit dem Farmen und Versteigern von Rohstoffen, die außer ihm selbst noch niemand auf dem Server abbauen kann.

Hat er jedoch endlich eine würdige (also gleichstufige) Gemeinschaft gefunden, wird der sog. High end-Content abgegrast. Das geht des Öfteren einher mit "InstanzXY cleared!"- und "InstanzYZ auf Farmstatus"-Postings im Forum seines MMORPGs, mit "l2p-kackb00ns!"-Postings, die sich oft an die gesamte übrige Spielerschaft richten, oder mit "need more high end content plx!"-Postings, in denen erbarmungslos auf den mangelnden Spielinhalt für höhere Stufen hingewiesen wird, und die sich die Entwickler folgerichtig sehr zu Herzen nehmen, um mit dem nächsten Content-Patch für Abhilfe zu sorgen.

Pro-Gamer sind oftmals Saisonarbeiter, die wie die Heuschreckenschwärme ein MMORPG nach dem anderen abgrasen und ein bestimmtes Spiel erst dann wieder aufsuchen, wenn die Entwickler endlich Einsicht gezeigt und High end-Content nachgeliefert haben. Ist dieser wiederum durchgespielt (was normalerweise selten mehr als 2 Wochen in Anspruch nimmt), verabschiedet sich der Pro-Gamer im Forum mit einem kurzen "Scheiß wenig High end-Content"-Posting und schwelgt bis zur nächsten Erweiterung in anderen Welten.



4. Der Casual Player

Casual Player (frei übersetzt: Der Jedermann-Spieler, der im Gegensatz zu den anderen Spielertypen als Einziger über ein Leben jenseits eines MMORPGs verfügt) stellen nach eigener Aussage das Gros der MMORPG-Spieler und möchten als solche vom Spielerhersteller auch als Hauptzielgruppe für sein Spiel wahrgenommen werden. Im Forum erkennt man jene Hauptzielgruppe oftmals an den "Ich zahle, also will ich auch"-Postings, die von den ganz harten Hauptzielgrupplern auch gerne einmal mit "…sonst schalte ich meinen Anwalt ein!"-Zusätzen garniert werden. Aber ansonsten ist der Casual Player eigentlich ganz verträglich.

Steckt man einmal mit fünf weiteren Mitspielern in einer Instanz, und plötzlich gehen drei aus dem Team mit der Bemerkung "Sorry, RL geht vor!" aus der Gruppe, hat man es entweder mit Casual Playern zu tun – oder mit ganz abgebrühten 13-jährigen, die soeben von Mami ins Bett geschickt wurden.

Der gemeine Casual Player bevölkert die Server vornehmlich am Wochenende von 11 Uhr (nach dem Aufstehen) bis 13 Uhr (Mittagessen) und von 14 Uhr bis 20 Uhr (Partytime (oder für die älteren Semester: Tatorttime)), weshalb das Spielen zu diesen Zeiten für die übrige Spielerschaft oftmals eher zäh wird. Nicht, weil die Casual Player den Pro-Gamern immer im Weg stehen (ok, das natürlich auch), sondern weil der Server vom Spielehersteller ursprünglich nie für mehr als 50 Spieler gleichzeitig ausgelegt war. Aus diesem Grund stammen die meisten Postings im Forum, die langsame Server zum Thema haben, auch oftmals von Casual Playern, weil die nie in den Genuss kommen zu erfahren, wie fix die Server unter der Woche um 3 Uhr nachts laufen. Diese Zeit bleibt oftmals nur den Pro-Gamern, Arbeitslosen, Studenten und 13-Jährigen (wahlweise jeweils Pro-Gamer oder kackb00n) vorbehalten.

Casual Player zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie vom Spielehersteller mehr Solo-Content fordern, weil sie im Spiel kaum Freunde haben. Nicht etwa, weil sie niemand leiden kann, sondern eher, weil die Leute, mit denen sie gestern das Spiel noch auf Stufe 7 bestritten haben, zwei Tage später bereits auf Stufe 40 sind. Im Forum neigen Casual Player daher auch bei Content-Diskussionen eher zum Philosophieren über Dinge wie "Der Weg ist das Ziel" und ähnlichen Blödsinn, über den Pro-Gamer nur herzhaft lachen können. Aus diesem Grund ist der Casual Player neben dem kackb00n und anderen Pro-Gamern mit abweichenden Skillphilosophien auch der natürliche Feind jedes echten Pro-Gamers.

Der Spielehersteller nimmt hingegen tatsächlich Rücksicht auf seine Hauptklientel, was sich oft im Nerfen (ja, als kackb00n kapiert man jetzt wieder kein Wort – geschieht Euch recht!) von Spielinhalten niederschlägt. Spätestens nach dem dritten Patch ist jeder vormalige Angstgegner auch von der blinden einarmigen Nichte eines jeden Pro-Gamers im Alleingang zu schlagen (und das noch vor ihrem 5. Geburtstag).

Spätestens, wenn der erste Casual Player nach etwa 3 Jahren die höchste Stufe im Spiel erreicht hat, werden schließlich auch die ehemaligen High end-Instanzen entsprechend generft, weil der Spielehersteller doch große Angst davor hat, von hunderten Casual Playern mit Anwaltsschreiben bombardiert zu werden, in denen ihm klargemacht wird, dass schließlich aus Gründen der Gleichstellung jeder Spieler für 13 Tacken im Monat das Recht hat, Sauron ganz allein zu killen.

Viashivan

unregistriert

3

Dienstag, 23. Dezember 2008, 15:28

5. Der PvPler

Der gemeine PvPler gehört wohl zu den moralisch niedrigst entwickelten Mitspielern, die ein MMORPG aufzuweisen hat. Von Natur aus gleichermaßen hinterhältig, sadistisch und feige trachtet er nur danach, anderen Spielern das virtuelle Leben zur Hölle zu machen. Autistisch veranlagt übt ein PvPler solange stupide das möglichst effektive Töten seiner Kollegen, bis er nur mit einem Wimpernzucken in der Lage ist, ganze gegnerische Schlachtzüge auszulöschen, was ihm oftmals als Cheaten ausgelegt wird. Und das nicht ganz zu unrecht, denn es ist in der Tat geradezu wissenschaftlich erwiesen, dass ungefähr jeder Spieler, der einen selbst im Kampf auseinandernimmt, definitiv cheatet. Was wiederum einen Beweis für die natürliche Niedertracht eines jeden eingefleischten PvPlers darstellt. Zudem sind PvPler zu 99.9% picklige 13-jährige Vollspacken, die im echten Leben nie die Klappe auftun, die nie eine Freundin haben werden und die regelmäßig des Nächtens in ihr Bett lullern.

Dem PvPler mangelt es zudem an den typischen sozialen Fähigkeiten, die gemeinhin der Spezies Mensch zugerechnet werden: Er kann keine ganzen Worte, geschweige denn ganze Sätze schreiben, sein Vokabular beschränkt sich zumeist auf Buchstabenkombinationen wie "lol", "rofl", "pwned", "l2p", "kackb00n" und "U suck!11", und oft sitzt er daheim in seinem Kellerloch vor vier Rechnern gleichzeitig, um aus dem Hinterhalt mit seinen PvP-Twinks jeden Kampf zu seinen Gunsten wenden zu können.

In gewissen MMORPGs, in denen erfolgreiche PvPler die leblosen Körper ihrer Gegner bis aufs Unterhemd ausplündern können, sorgt ihre Präsenz zuweilen für die ganz automatische Umschulung ihrer Opfer vom Finanzbuchhalter zum Sicherheitsexperten für divergent neuronal vernetzte PC-Cluster, wurde doch schon so manches Opfer aus Frust zum Hacking-Experten, nur um die wahre Identität ihres Peinigers herauszufinden und ihm anschließend zu stiller Stunde im nachbarlichen Holunderbeergebüsch aufzulauern und ihn ordentlich zu verdreschen. So wird es zumindest häufig in einschlägigen Foren propagiert.

Jenseits eines MMORPGs ist der PvPler jedenfalls ein armer Wicht, was seinen virtuellen Opfern, die allesamt fest und sicher im echten Leben stehen, oftmals ein echter Trost ist.



6. Der Rollenspieler

Das Phänomen der Rollenspieler ist so alt, wie die Geschichte der Computerspiele selbst. Wenn nicht noch älter. Rollenspieler sind so Typen, die sich immerzu komische Geschichten ausdenken, ihre Avatare seltsam reden lassen, keinen Plan von dem Spiel haben, das sie gerade daddeln und eigentlich überhaupt saumiese Computerspieler. Hätten sie es drauf, bräuchten sie ja kein Rollenspiel zu betreiben. So jedenfalls die landläufige Meinung unter Experten der Pro-Gamer Szene.

Der wahrhaft eingefleischte Rollenspieler hat bereits in Pong erste Erfahrungen im Charakterspiel sammeln können, hat sich in Counter Strike mehr mit seinen Mitspielern über Intercom unterhalten als seine Gegner zu killen, ist zumeist wahlweise übergewichtig, picklig, missgestaltet, oder bekommt aus anderen Gründen im echten Leben keinen Partner ab – und steht auf Elfen, Feen, Magier und Einhörner.

Sein größtes Hobby ist das ingame-Heiraten von anderen Rollenspielern, die zumeist einen Charakter des anderen Geschlechts verkörpern. Duch Austausch von RL-Fotos hat man erfahren, dass die verführerische Elbin in Wahrheit ein 19-jähriges schwedisches Fotomodell ist und schwebt virtuell im siebenten Himmel. Ebenso wie der (die holde Elbenmaid verkörpernde) fette 45-jährige Sack mit fiesem Hautauschlag, der umgekehrt denkt, dass sein virtueller Ehepartner in echt ein 17-jähriges niederländisches Fotomodell ist, das im Rollenspiel einfach gern Charaktere des anderen Geschlechts ausprobiert.

Des Rollenspielers Bücherschrank zieren unzählige Werke von Wolfgang Hohlbein, das Gesamtwerk Tolkiens (inkl. der als verschollen geltenden "Liebesbriefe an den blauen Pfau"), seine DVD-Sammlung besteht aus dem Herrn der Ringe (als von der Leinwand abgefilmte Raubkopie, als Erstausgabe, als Sammlerbox, als Director’s Cut und als Director’s Special Choice Cut Sammlerbox) - und nichts Anderem. An der Wand hängt ein Filmplakat vom Herrn der Ringe, an einer Kette um den Hals trägt er ehrfürchtig "den Einen Ring" in original versilbertem Zinnguss, und seine Hausschluffen sind einem Plüsch gewordenen Gollum nachempfunden.

Der Rollenspieler verbringt die meiste Zeit des Spiels bei der Charaktererschaffung. Liebevoll werden hier diverse Nasen-Mund-Ohren-Augenbrauen-Kombinationen durchexerziert, als Charakterklasse wird oft diejenige gewählt, die die schicksten Anfängerklamotten trägt, und vor der Namensgebung wird erst einmal Sindarin gebüffelt, damit der elbische Name unter Gleichgesinnten auch sofort korrekt identifiziert werden kann.
Endlich im Spiel angelangt werden zunächst unzählige Begrüßungsmakros erstellt, die situationsbedingt sowohl Elben, Zwerge als auch Hobits und Menschen korrekt in der typischen Landessprache anzureden in der Lage sind. Questtexte werden prinzipiell komplett durchgelesen und ggf. mit den entsprechenden Kapiteln der Silmarillion-Enzyklopädie auf Wahrhaftigkeit überprüft. Von jedem Stufenanstieg (wahlweise auch bei jedem neu hinzu gewonnenen Outfit) wird ein Screenshot für die Gildentavernen-Seite erstellt, und nebenbei immerzu die papierene Form des Charakterlebenslaufs auf den neuesten Stand gebracht.

In den Foren zeichnen sich Rollenspieler oftmals durch das Verfassen von strunzlangweiligen Gedichten aus, starten Threads über den Niedergang des Rollenspiels auf den deklarierten Rollenspielservern und Diskutieren mit Gleichgesinnten Seitenlang über die korrekte Schreibweise des Begriffs "Schweres Schicksal" auf Sindarin. Rollenspieler, die des Sindarin mächtig sind, können auf Star Treck Conventions übrigens oftmals auch die klingonische Nationalhymne in Originalsprache mitsingen.

Rollenspieler sind zudem oft Menschen, die all die vielen Defizite im echtem Leben mit Rollenspiel zu kompensieren versuchen. Bei vielen Rollenspielern gehört zu diesen Defiziten die Tatsache, dass sie einfach zur falschen Zeit (wahlweise auch auf dem falschen Planeten) geboren wurden, dass sie keine spitzen Ohren besitzen, oder dass aus ihren Fingerspitzen einfach keine Feuerbälle herausschießen wollen.

Wenn sie gerade kein MMORPG daddeln, treffen sich Rollenspieler oft in kleinen konspirativen Grüppchen in finsteren Kellerräumen, sitzen dort neben je einer Flasche Cola und einer Tafel Schokolade stundenlang reglos an einem Tisch zusammen und erzählen sich schräge Geschichten mit Drachen und Glibbermonstern. Oder sie rennen mit dutzenden anderer Rollenspieler in albernen Kostümen und Gummimasken durch irgendwelche Burgruinen, schwingen dabei Gummischwerter und sinken im Fall eines Treffers theatralisch stöhnend zu Boden.

Rollenspieler sind im Normalfall keiner der Gruppen Kackb00n, Pro-Gamer, Casual Player oder PvPler zuzurechnen. Kackb00ns sind sie schon deshalb nicht, weil ihnen die Spielmechanik eines MMORPG piepegal ist. Sie haben deswegen keine dummen Fragen (außer sie möchten gerne wissen, wie man sich korrekt verbeugt oder ein Begrüßungsmakro anlegt (was ihnen außer anderen Rollenspielern eh kein Schwein erklären könnte)), sie interessieren sich nicht für den High end-Content ("Warum sollte mein Bäckerssohn aus dritter Generation denn bitteschön gegen einen Balrog ins Feld ziehen!?"), sie spielen nicht so selten wie Casual Player (ok, "spielen" im Sinne von "Das Spiel spielen" zwar schon, doch verbringen sie oft ihre gesamte Freizeit damit, im Spiel eingeloggt zu sein und in Tavernen oder ähnlichen Orten herumzustehen und die Schönheit der Welt zu bewundern), und sie betreiben nur selten PvP. Nicht, weil sie PvP prinzipiell ablehnen würden, sondern weil nur die wenigsten PvP-Spieler sich gern stundenlang vor einem Kampf verbal bedrohen lassen möchten. Zudem passen die mangels PvP-Erfahrung sehr häufigen Niederlagen nur selten zu der im Lebenslauf ihrer Charaktere festgelegten "Rette die Welt-Mission". Ein Weltenretter kann sich schließlich nicht von jedem dahergelaufenen cheatenden Dreizehnjährigen einfach so aus den Socken hauen lassen.

Dennoch sind die meisten Rollenspieler – versteht man erst einmal ihre Intentionen – ganz verträgliche Mitspieler. Zumindest, solange man selbst zur rollenspielenden Fraktion gehört. Begeht man jedoch den Fehler, als nicht-Rollenspieler einen Fuß in ihr Rollenspielreich zu setzen, sieht man sich schnell stundenlangen Vorträgen über gutes Benehmen, korrekten Satzbau in öffentlichen Chatchanneln, die Trennung von Charakter- und Metawissen, und den Grund, weshalb der eigene Charaktername "DeineMuddaXXX" auf RP-Servern nicht so gern gesehen wird, ausgesetzt.

Lässt man sich jedoch auf eine kooperative Zusammenarbeit mit eben jenen Rollenspielern ein, kann man selbst als der hartgesottenste Pro-Gamer erfahren, womit man die Zeit bis zum nächsten Addon sinnvoll überbrücken kann. Da Rollenspieler auf die Erzählungen von Server-first-kills seitens der Pro-Gamer jedoch zumeist nur mit einem mitleidigen Stirnrunzeln zu reagieren pflegen, wird dieser Fall wohl nur äußerst selten eintreten.
Dafür sind Rollenspieler in der Regel kackb00ns und Casual Playern gegenüber recht aufgeschlossen: Als Casual Player wird man oft feststellen, dass der Rollenspieler, mit dem man gestern noch gemeinsam auf Stufe 7 gequestet hat, auch zwei Monate später noch immer auf dieser Stufe herumdümpelt, während man selbst schon auf Stufe 9 davongelevelt ist, und als kackb00n wird man sich über seitenlange Spielerklärungen inkl. weitschweifiger Begrüßungen in korrekter Landessprache erfreuen dürfen - selbst wenn man nur wissen wollte, wie man mit seiner Waffe zuhaut. Vorausgesetzt natürlich, man ist des Sindarin (wahlweise auch des Klingonischen) mächtig.

Viashivan

unregistriert

4

Dienstag, 23. Dezember 2008, 15:28


7. Der OOCler


Der gemeine OOCler ist die einzige Spielerspezies, bei der die Vorsilbe "gemein" nicht im Sinne von "allgemein", sondern tatsächlich im Sinne von "hundsgemein" zu verstehen ist. Denn genau das ist der OOCler: Hundsgemein. Jawohl!
Der OOCler kommt wie der Rollenspieler nur auf einer einzigen Serverart vor: Dem Rollenspielserver. Daher gilt er auch als das natürliche Feindbild Nummer 1 eines jeden aufrechten Rollenspielers.

Im Allgemeinen lässt sich der gemeine OOCler bereits beim bloßen Beobachten einwandfrei identifizieren: Er hüpft hirnlos durch die Gegend, gibt dabei undefinierte Laute wie "lol", "rofl" und "roflmao" von sich und zieht sich wahlweise nackt vor zurecht brüskierten Rollenspielern aus und/oder tracktiert sie mit gezogenen ABC-Musikstückchen der neuesten Charthits.

In öffentlichen Chatchannels drückt sich der OOCler zu 110 Prozent kryptisch aus. Buchstabencodes wie "hm,wf,hm s f b2b5k7??" gehören zum typischen Kommunikationsrepertoire eines jeden OOClers. Hiermit versucht diese Spezies ganz offensichtlich, unter den übrigen Spielern, die eben keine OOCler sind, Verwirrung zu stiften. Nicht nur, dass kein normaler Mensch mit nicht durch Tierversuche künstlich veränderten Gehirnwindungen in der Lage ist, den Fliegendreck im Chatchannel zu deuten, wird dieser auch noch raffiniert als Fragestellung getarnt.

Wagt man es dennoch und antwortet auf den ominösen Aufruf, folgt die zweite Schwierigkeitsstufe: Das Wissen um die geheime Parole, mittels derer sich der gemeine OOCler vor seinen Mitspielern zu schützen versucht. Schreibt man also beispielsweise (rein aus Verdacht) "Ich bin dabei" folgt nach einiger Zeit der Entschlüsselung dieser Antwort die Aufforderung zur Parolenangabe: "jup" oder oftmals auch einfach nur "k". Nun ist jeder nicht-OOCler entlarvt. Dennoch soll es trotz falscher Parole schon zu Gruppeneinladungen gekommen sein, die jedoch – so schildern es ausnahmslos alle leidvoll Betroffenen – sehr wahrscheinlich lediglich zur Abschreckung erfolgte. Eine in der Tat sehr erfolgversprechende Strategie, denn noch nie hat es ein ehemaliges Opfer gewagt, sich ein weiteres Mal in eine OOC-Truppe hineinzuschmuggeln. Das vormals Erlebte muss einfach zu schrecklich gewesen sein. Zuweilen konnten sich die Opfer einer solchermaßenen Entführung durch OOCler hinterher nicht mehr mit ihren Mitspielern verständigen. Ihr Sprachzentrum war dermaßen geschädigt, dass sie nur noch zu sinnlosen Stammellauten in der Lage waren: "kk, sup, me, me2, gogo" ist alles, was über Tage aus ihnen herauszubekommen war.

Die Vermutung liegt daher nahe, dass es sich bei den OOClern um eine bedrohliche Sekte von destruktiven Dissidenten handelt, die nichts Geringeres im Schilde führt, als eine feindliche Übernahme des RP-Servers sowie eine zwangsweise Verdummung aller auf ihm vorhandenen Rollenspieler. Es muss an dieser Stelle daher nachdrücklich vor jedwedem Kontakt mit OOClern gewarnt werden!

Die sicherste Vorgehensweise bei Entdeckung eines gemeinen OOClers ist daher das sofortige Setzen auf die Ignore-Liste sowie das Verfassen eines Tickets an die Serveraufsicht. In Ermangelung handfester Beweise bietet sich hier die Vorgehensweise mit Hinweis auf einen Namensverstoß an, da viele OOCler beim Erstellen ihres Accounts einen nicht rollenspielgerechten Namen gewählt haben- Vermutlich, um sich untereinander besser erkennen zu können.
Beunruhigende Neuigkeiten der letzten Wochen weisen jedoch darauf hin, dass die OOCler dazugelernt haben könnten und sich nunmehr mit zwar nichtssagenden, jedoch nicht auf den ersten Blick gegen die Regeln der Namensbestimmungen verstoßenden Namen tarnen.

In diesem Zusammenhang wird zudem darauf hingewiesen, dass man tunlichst vermeiden sollte, einen zum Zwecke der Unterwanderung zeitweise als OOCler getarnten Rollenspielerkollegen zu verpfeifen.
Der Kampf wird komplizierter, aber wir halten Sie ständig auf dem Laufenden.

Mae Govannen!




In diesem Sinne wünsche ich Euch allen besinnliche und frohe Feiertage – egal welcher Spielerspezies Ihr angehört

LaScorpia

golani79

Dark Sun AoC

Beiträge: 127

Wohnort: Österreich

Beruf: Student

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5

Mittwoch, 24. Dezember 2008, 03:00

hrhr - sehr interessant zu lesen!
Vor allem, wenn man schon ne Weile Lotro zockt und auch nen gewissen Teil der hier genannten Zockertypen kennt :D

Wo würde ich mich selbst einstufen?
Hm .. schwer zu sagen ... finde ich doch irgendwie von jedem Typ ein paar Sachen, die zu mir passen ^^




p.s.: Via, auf welchem Server zockst du denn? Und welchen Char bzw. wie heißt der?

greetz


Viashivan

unregistriert

6

Mittwoch, 24. Dezember 2008, 09:49

ja hab auch so die schlechtesten eigenschaften aller gruppe angesammelt :D

ich spiele auf belegar - char Viashivan, Viashiva

7

Samstag, 11. April 2009, 20:33

sehr geil^^
aber ich find das passt in jedes mmo und nicht nur zu lotro^^

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